Am 10. März 2026 lud das Cluster Mobility & Logistics zum virtuellen Austausch der Arbeitsgruppe Fahrradwirtschaft ein. Die rund einstündige Online-Veranstaltung diente erneut als Plattform für den fachlichen Austausch innerhalb der Branche und bot Raum für aktuelle Impulse zu Digitalisierung, Datenmanagement und Kooperation entlang der Wertschöpfungskette der Fahrradwirtschaft.
Den inhaltlichen Schwerpunkt setzte ein Vortrag von Nick Becker (DiBike) zum Projekt Bike-X, das gemeinsam vom Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), Fraunhofer FIT und DiBike umgesetzt wird. Ziel des Projekts ist es, ein offenes und interoperables Datenökosystem für die Fahrradbranche zu untersuchen und konzeptionell weiterzuentwickeln. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie unterschiedliche Datenarten – von Produktdaten über Service- und Reparaturinformationen bis hin zu Marktdaten – künftig besser strukturiert, ausgetauscht und genutzt werden können.
Im Vortrag wurde zunächst der aktuelle Stand der Branche beleuchtet. Viele Unternehmen arbeiten bereits mit digitalen Schnittstellen und Standards, allerdings sind Datenstrukturen häufig fragmentiert oder nur innerhalb einzelner Systeme nutzbar. Vor diesem Hintergrund untersucht Bike-X internationale Referenzmodelle für Datenökosysteme und analysiert, welche Ansätze sich auf die Fahrradwirtschaft übertragen lassen.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Entwicklung eines praxisnahen Zielbilds für ein gemeinsames Datenökosystem, das zu den Strukturen der Branche passt. Dabei sollen bestehende Branchenstandards wie Veloconnect und BIDEX berücksichtigt und sinnvoll eingebunden werden. Gleichzeitig wird bewusst darauf geachtet, keine unnötige Komplexität zu schaffen. Anders als in stark regulierten Industrien soll kein System entstehen, das die Struktur großer Datenökosysteme wie Catena-X vollständig repliziert. Stattdessen liegt der Fokus auf einer schlanken, branchenangepassten Lösung, die konkrete Mehrwerte für Hersteller, Handel und Servicepartner bietet.
Im weiteren Verlauf skizzierte der Referent mögliche Anwendungsfälle (Use Cases) eines solchen Datenökosystems. Dazu zählen unter anderem effizientere Produktdatenflüsse zwischen Herstellern und Handel, bessere Verfügbarkeit von Reparatur- und Servicedaten sowie neue Möglichkeiten zur Analyse von Marktentwicklungen. Ein gemeinsamer Ansatz könnte dazu beitragen, Informationsflüsse entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern und die Zusammenarbeit innerhalb der Branche zu stärken.
Die anschließende Diskussion zeigte, dass das Thema Dateninteroperabilität in der Fahrradwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Projekte wie Bike-X können eine wichtige Grundlage schaffen, indem sie praktikable Strukturen und Standards identifizieren.
Der virtuelle Austausch der Arbeitsgruppe Fahrradwirtschaft bestätigte die Bedeutung des Formats als Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung. Durch Impulse aus Forschung und Praxis erhalten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Entwicklungen und können Perspektiven für gemeinsame Initiativen diskutieren. Auch künftig soll der regelmäßige Austausch dazu beitragen, zentrale Themen gemeinsam weiterzuentwickeln.

