Cluster Mobility & Logistics

Moderne Mobilität

11.05.2026

Ob Bus, Bahn, Auto oder Fahrrad

Die Frage, wie wir uns künftig fortbewegen, entscheidet mit über die wirtschaftliche Zukunft einer Region. Zwischen innovativen Verkehrslösungen, ambitionierten Plänen, technischen Hürden und politischen Versprechen zeigen Unternehmen, wo die Region schon vorankommt – und wo die Mobilität der Zukunft noch vor großen Hürden steht.

Niemals mit dem Bus – es gibt sie wirklich, die Gruppe von Mitarbeitenden, die den ÖPNV nie nutzen können wird. Doch sie ist klein, denn im Grunde sind das nur die Busfahrer selbst. „Sie kommen zu hundert Prozent mit dem Auto“, sagt Jörg Bruckner, Geschäftsleiter des Verkehrsunternehmens Bruckner GmbH. Ansonsten gilt: Straße, Schiene, Wasserstraße stehen zumindest theoretisch jedem offen. Doch nicht nur die Frage ÖPNV oder Auto, sondern noch viele andere Aspekte säumen das Thema „Moderne Mobilität“. Dazu zählen die spezifischen Herausforderungen städtischer, innerstädtischer und ländlicher Räume, die die wesentlichen Parameter bestimmen. Im Bewusstsein der Komplexität und inneren Verflechtung des Themas hat die Vollversammlung der IHK im Dezember vergangenen Jahres ein umfangreiches neues Mobilitätsleitbild verabschiedet.

 

Mobilität als neues Geschäftsfeld

Die Forschung vor Ort beschäftigt sich nicht nur mit Themen wie dem bidirektionalen Laden, sondern arbeitet auch intensiv daran, innerstädtische Verkehrsprobleme zu analysieren und zu lösen. So berichtet Anne Häner, Projektmanagerin beim Cluster Mobility & Logistics, vom Sensorik-Einsatz an verschiedenen Stellen – zum Beispiel am Busbahnhof der Universität Regensburg. Damit werde gemessen, wie sich Passantengruppen bewegten, anschließend werden Rückschlüsse für einen Soll-Busplan gezogen.

 

Unser Reallabor ist ein Türöffner.
Anne Häner, Cluster Mobility & Logistics TechBase Regensburg GmbH

 

2024 startete das Cluster Mobility & Logistics unter dem Dach der TechBase Regensburg GmbH zusammen mit der Stadt Regensburg, dem Stadtwerk Regensburg sowie ansässigen Unternehmen das Projekt „R_Lab Mobilität“ – ein sogenanntes Reallabor für urbane Mobilität, in dem neue Smart-City-Anwendungen unter realen Bedingungen getestet werden können. Es wird als Maßnahme zur Umsetzung der Regensburger Smart-City-Strategie „R_NEXT“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert.

„Unser Reallabor ist ein Türöffner, Unternehmen sehen: Was will die Stadt, was kann ich selbst anbieten“, erklärt Häner. Denn moderne Mobilität und betriebliches Mobilitätsmanagement sind nicht nur individuelle Organisationsfragen, sondern können auch ein neues Geschäftsfeld sein. „Wer sich hier einklinken möchte, sollte sich mit dem Vergabewesen beschäftigen und nicht nur die Stadt, sondern auch die Stadtgesellschaft als Auftraggeberin sehen.“ Was dabei herauskommen kann, zeigt das Beispiel eines Beleuchtungsherstellers aus dem Automobilbereich. Dessen Sensortechnologie sorgt heute dafür, dass Licht im öffentlichen Raum, etwa an einem Radweg, hoch- und heruntergedimmt wird – je nachdem, ob sich dort Personen aufhalten oder nicht. Das bringt mehr Sicherheit und damit mehr Attraktivität für diese Verkehrswege. Profitieren kann also sowohl das entwickelnde Unternehmen als auch die Radwegnutzer und alle anderen Verkehrsteilnehmer.

 

Die Verknüpfung der Stadt mit dem Umland muss immer mitgedacht werden.
Kai Müller-Eberstein, Regensburger Verkehrsverbund GmbH

 

Denn: „All das, was wir schaffen, um die Straßen vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten, führt letztlich nicht nur zu einer höheren Lebens- und Aufenthaltsqualität, sondern nutzt auch den Unternehmen“, erklärt Kai Müller-Eberstein, Geschäftsführer des Regensburger Verkehrsverbunds. Wenn die Straßen freier von Autos mit oftmals nur einem Insassen seien, käme auch der Wirtschaftsverkehr verlässlicher voran. Zum Beispiel könne mit einem durch gesonderte Fahrwege und Lichtsignalisierung bevorrechtigten ÖPNV-Angebot eine attraktive Alternative zum eigenen Auto geschaffen werden. „Wichtig ist, dass die Verknüpfung der Stadt mit dem Umland immer mitgedacht werden muss“, so Müller-Eberstein.

 

Der Artikel erschien im Magazin der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, Ausgabe 5/6 2026, Autorin: Alexandra Buba

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