Cluster Mobility & Logistics Rückblick (Cluster Mobility & Logistics)

QuantenImpuls Regensburg: Quantencomputing zwischen Forschung und Anwendung

15.07.2026

Arbeitsgruppe Quantencomputing des Clusters Mobility & Logistics

Am 14. Juli 2026 traf sich die Arbeitsgruppe Quantencomputing des Clusters Mobility & Logistics online zum dritten Mal in diesem Jahr – nach dem Auftakt im Januar und dem Besuch des Leibniz-Rechenzentrums im Mai.

Christopher Sowinski, Technologiefeldkoordinator Quantentechnologien am Lehrstuhl FAPS der FAU Erlangen-Nürnberg, stellte vor, wie die FAU ihre Quantenforschung im Profilzentrum „Light.Matter.QuantumTechnologies" über Physik, Elektrotechnik, Informatik, Chemie und Maschinenbau hinweg bündelt. Am Lehrstuhl FAPS selbst liegt der Schwerpunkt auf der Anwendung von Quantencomputern in der Optimierung – aufgebaut im Projekt TAQO-PAM, das die Planung und Steuerung industrieller Fertigung mit hybriden quanten-klassischen Algorithmen untersucht (gemeinsam mit OTH Regensburg, Siemens, BMW, OptWare und Eviden). Betrachtete Anwendungsfälle sind unter anderem Job-Shop-Scheduling und die Rüstgruppenoptimierung in der Elektronikproduktion. Im Aufbau befinden sich Quantum Machine Learning, Simulation, Quantensensorik sowie die Frage, wie sich Quantenoptimierung über Large Language Models auch ohne Fachwissen zugänglich machen lässt. Für externe Partner bietet der Lehrstuhl Technologievorträge, eine Ersteinschätzung konkreter Anwendungsprobleme und Forschungskooperationen an.

Dr. Alexander Diedrich, Leiter der Forschungsgruppe Symbolische Verfahren an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, gab anschließend einen Einblick in die automatische Fehlerdiagnose in Produktionsanlagen. Der Ansatz beschreibt eine Anlage über ein logisches Modell, vergleicht das erwartete mit dem beobachteten Verhalten und schließt aus der Abweichung auf die Fehlerursache. Diedrich zeigte, wie sich ein solches Diagnoseproblem in ein mathematisches Optimierungsproblem überführen und mit Quantenalgorithmen lösen lässt – zunächst auf einem Quantenannealer, in aktuelleren Arbeiten gatterbasiert. Damit ordnete er ein, welche Problemklassen aus der industriellen Produktion sich heute bereits auf Quantenhardware abbilden lassen und wo die Forschung derzeit steht.

Im Anschluss folgte ein offener Austausch entlang der Frage, wo die Teilnehmenden in ihren Organisationen realistische Berührungspunkte mit Quantencomputing sehen. Zum Abschluss wurde Feedback zur Arbeitsgruppe eingeholt und das weitere Vorgehen abgestimmt.

 

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